Bürger- und Verkehrsverein Essen-Frintrop 1922 e.V.
Bürger- und Verkehrsverein Essen-Frintrop 1922 e.V.

Station 1.7

Das Wallfahrtskreuz

Standort: Essen-Frintrop, Ecke Heilstr. / Frintroper Str. 

Quelle: "Kreuze am Wege" - Paul Freres

(Text wurde von Rainer W. Seck dem heutigen Stand angepasst)

 

[...] Am Freitag vor Maria Himmelfahrt (15. August) sehen wir alljährlich eine Fußprozession durch Essen und den Stadtteil Frintrop nach Kevelaer ziehen. Diese hat ihren Ursprung in Byfang, Pfarrei Niederwenigern. Nachweislich ist die erste Prozession schon 1666 nach Kevelaer gezogen und gehört damit zu den ältesten Fußwallfahrten.

Das Wallfahrtskreuz in Oberfrintrop hält die Erinnerung an diese Prozession fest.

 

Aus den Aufzeichnungen der Familie Wiebringhaus, die Eigentümerin des Kreuzes war, geht über die Entstehung des Kreuzes folgendes hervor: Schon in alter Zeit stand hier am Weg ein Kreuz. Gerhard Wiebringhaus (Geburtsdatum unbekannt, verehelicht am 30.9.1817 mit Anna Maria in der Weye, gestorben am 21.3.1843) errichtete ein neues Holzkreuz auf dem Gartengrundstück seines Hauses. Hier war der Sammelpunkt für die Fußpilger aus Borbeck, die seit 1716 bis etwa 1856 nach Kevelaer zogen. Zu Ihnen gesellten sich die Wallfahrer aus Niederwenigern.

Mit dem Neubau des Hauses Frintroper Straße 451 im Jahre 1909 wurde das Kreuz in eine Wandnische des Wiebringhaus'schen Besitztums eingebaut, so, wie es heute noch dort zu sehen ist. Mehrmals war das Kreuz Stein des Anstosses.

So rissen zu Beginnn des letzten Krieges gewissenlose Rohlinge in der Nacht vom 17. zum 18. November 1939 den Corpus dieses Kreuzes herunter und zerschlugen ihn vor dem Portal der St. Josefskirche. Ganz Frintrop war über diesen Frevel empört. Ein unbekannter Frintroper Bürger fotografierte das Kreuz nach der Tat am Morgen des 18. November. Nur die abgerissenen Arme des Corpus hingen noch an den Kreuzbalken.

Eine Frintroper Bürgerin, die nicht genannt sein wollte, stiftete einen holzgeschnitzten Corpus und am 18.2.1940 wurde das neue Kreuz von Pfarrer Wilhelm Segerath und der ganzen Pfarrgemeinde feierlich eingeweiht.

 

Die Familienchronic berichtet weiter:

In der Nachkriegszeit erhielten die Geschäfte verschiedene Sonderzuteilungen, wobei die Geschäftsinhaberin, Frau Franziska Kirchhof geb. Wiebringhaus, die Aufforderung erhielt, den Geschäftseingang zur Giebelseite des Hauses zu verlegen, wo das Kreuz stand, oder auf den Verkauf von Spirituosen zu verzichten. Die Geschäftsinhaberin beließ das Kreuz in der Mauernische.

 

Seit es eine Pfarre St. Josef in Oberfrintrop gibt (1877) ist die Stelle am Kreuz vierte Segensstation bei der Prozession am Fronleichnamstag.

 

Die letzte Erbin der Familie Wiebringhaus hat folgendes Vermächtnis hinterlassen: "Sollte in späteren Jahren das Haus zum Verkauf kommen, so fordert die Familie Wiebringhaus als Vermächtnis, das Kreuz am Haus zu belassen." So wird es auch für die Zukunft als Zeichen christlicher Symbolik erhalten bleiben. [...]

 

Heutiger Eigentümer des Hauses ist Werner Becker. Er und seine Frau haben uns freundlicher Weise den aktuellen Grundbucheintrag gegeben.

Die Abt.2 "beschränkte persönliche Dienstbarkeit" hat folgenden Inhalt:
Die Kirchengemeinde ist berechtigt, die auf der Ecke des Hauses Frintroper Str./Heilstr. befindliche Wandfläche, vom Straßenniveau 3,50 m hoch und 2m breit zum Anbringen als Standort eines Kreuzes oder ähnlicher kirchlicher Devotionalien zu benutzen, für die Kirchengemeinde St. Josef in Essen-Frintrop.

 

2014 wurde das Kreuz restauriert. 

Historische und neue Bilder:

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